Brauwasserprofil Pilsen
Das Wasser unter Plzeň in Böhmen ist erstaunlich weich, nahezu ionenfrei, näher an Regenwasser als an den meisten Stadtwässern. Als Josef Groll dort 1842 das erste goldene Lager braute, hatte diese Leere großen Anteil am Ergebnis: Ohne nennenswertes Sulfat, das die Bittere schärft, und ohne Alkalität, gegen die man ankämpfen muss, konnten der feine Saazer Hopfen und der helle Malzcharakter ganz für sich stehen.
| Ion | Konzentration (ppm) |
|---|---|
| Calcium (Ca²⁺) | 7 |
| Magnesium (Mg²⁺) | 2 |
| Natrium (Na⁺) | 2 |
| Sulfat (SO₄²⁻) | 6 |
| Chlorid (Cl⁻) | 5 |
| Bikarbonat (HCO₃⁻) | 15 |
Mit diesem Profil brauen
So weiches Wasser verlangt Aufmerksamkeit beim Maische-pH: Ohne Pufferung aus dem Wasser landen helle Schüttungen nahe ihrem eigenen pH in destilliertem Wasser, und eine kleine Säuregabe erledigt meist den Rest. Das Calcium liegt weit unter dem, was Hefe bevorzugt, daher geben viele Brauer etwas CaCl₂ zu und nehmen ein etwas weniger karges Profil in Kauf.
Passt zu: Czech Pilsner · German Pils · Helles
Mit diesem Profil brauen →Der Rechner lädt dieses Ziel, vergleicht es Ion für Ion mit deinem Ausgangswasser und berechnet die Mineral- und Säuregaben, die die Lücke schließen, mit live berechnetem Maische-pH.
Historische Stadtprofile sind faktische Wasserchemie aus publizierten Quellen (Palmer & Kaminski, Water: A Comprehensive Guide for Brewers, 2013, sowie der historischen Brauliteratur). Stilbasierte Profile sind brewwtr-Originale, abgeleitet aus publizierten Stil-Leitlinien. Abgeleitete Werte nutzen Kolbachs Restalkalität (1953).